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Eine Attraktion in der Schlosskirche

Historisches Uhrwerk dank Ehrenamtlichen gerettet

Dekanat Offenbach

In über 150 Stunden ehrenamtlicher Arbeit haben Helfer das historische Uhrwerk der Rumpenheimer Schlosskirche aufgearbeitet. Das funktionierende Uhrwerk ist nun im Kirchenraum dauerhaft ausgestellt.

Dekanat Offenbach

Einen Ehrenplatz im Kirchraum – was früher nur Adeligen zugestanden wurde, hat seit Mitte Februar das historische Uhrwerk der Rumpenheimer Schlosskirchengemeinde. Durch ehrenamtliches Engagement konnte das Uhrwerk gerettet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Über 40 Jahre war es in Vergessenheit geraten, bei der Renovierung der Kirche in den vergangenen Jahren entdeckte es Henning Hehner durch Zufall. „Für die Gemeinde habe ich die Renovierungsarbeiten fotografisch dokumentiert und dabei hinter einem Verschlag im Turm das Uhrwerk gefunden“, sagt der 76-Jährige.

1889 ist das Uhrwerk von der Groß-Umstädter Uhrmacherwerkstatt Johannes Ritzert und Söhne angefertigt worden, erst in den 1970er Jahren wurde es gegen ein moderneres ausgetauscht. „Da es wohl zu schwer war, um es abzumontieren, hat man es einfach im Turm gelassen und mit der Zeit vergessen“, sagt Hehner. Dass sich das Werk hoch oben im Kirchturm befindet, sei eine Rumpenheimer Besonderheit. „Normalerweise war die Uhr im Erdgeschoss, aber hier musste der Küster immer die Treppen hoch, um das Uhrwerk aufzuziehen“, sagt Hehner.

Rasch einigte sich Hehner mit dem Kirchenvorstand darauf, die historische Maschinerie aufzuarbeiten. Im September bauten Hehner und Bernd Hermann das Uhrwerk Stück für Stück ab, 155 Einzelteile lagen schließlich vor ihnen, jedes verstaubt und ölig. „Eine Dame aus der Nachbarschaft der Kirche stellte uns die Werkstatt ihres Mannes zum Lagern zur Verfügung“, sagt er. Hehner holte indes Informationen über das Uhrwerk ein und stieß dabei auf Bruno Schmück vom Heimatverein Mühlheim-Dietesheim, der ihm spontan seine Hilfe anbot. In insgesamt über 150 Stunden Arbeit säuberten die beiden die Einzelteile und bauten sie wieder zusammen.

„Wir haben viel Hilfe erfahren“, sagt Hehner. So hat die Rumpenheimer Firma Holzwerkstatt ein hölzernes Untergestell für das Uhrwerk gebaut, die Lehrwerkstatt von GKN Driveline fertigte zwei fehlende Lagerböckchen aus Messing an und der Neu-Isenburger Steinmetzbetrieb Kaufmann baute neue Gewichte aus Sandstein. „Die alten Gewichte waren nicht mehr zu gebrauchen und zudem zu groß“, sagt Hehner. Denn das aufgearbeitete Uhrwerk sollte nicht in den Turm zurückkehren, sondern in einer Nische in der Kirche aufgestellt werden. Die Altherrenmannschaft der Sport- und Kulturgemeinschaft (SKG) Rumpenheim übernahm den Transport und das Aufstellen des Uhrwerks in der Kirche.

„Wir haben eine Bankreihe entfernt, damit man das Werk auch sehen kann – außerdem ist nun mehr Platz etwa für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator in der Kirche.“ Für die vielen Besuchergruppen, die die Kirche besichtigen, gibt es zudem die Attraktion, dass das Werk funktioniert. „Es kann mit einer Kurbel aufgezogen werden und die Besucher können sehen, wie ein Uhrwerk eigentlich funktioniert“, sagt Hehner.

Ein Wunsch bleibt der Gemeinde aber noch: Einen Sponsor für eine Glasvitrine zu finden. „Damit das Uhrwerk geschützt ist und noch viele Jahrzehnte eine Attraktion in der Kirche ist“, sagt Hehner.

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